Ehrenamt hat ein Gesicht

„Ein Ehrenamtlicher mit vielen guten Sprachkenntnissen unter anderem im arabischen, unterstützt mich“, sagt Kunz. 20 bis 25 Besucherinnen und Besucher pro Öffnungszeit sind keine Seltenheit. „Oftmals geht es um das Ausfüllen von Anträgen oder auch das Verstehen von Bescheiden der Ausländerbehörde“, sagt Kunz. „Dann wieder wird Hilfe beim Schreiben eines Lebenslaufs benötigt.“ Mehrere Internetzugänge erleichtern Recherchen. Wenn es um rechtliche Fragen geht, wird der Kontakt zu den Fachabteilungen des Diakonischen Werks vermittelt.

„Hier ist das Angebot sehr niedrigschwellig, jeder kann mit seiner Frage kommen“, sagt Kunz. Wenn wir hier nicht weiterhelfen können, dann wissen wir aber, wo es Unterstützung gibt.“ Wichtig sei, dass der erste Kontakt erstmal hergestellt ist. Grundlage der Arbeit sei erstmal ein Vertrauensverhältnis zu schaffen.

Neben dem offenen Treff, haben Ehrenamtliche ein monatliches Frauenfrühstück ins Leben gerufen, bald soll eine eigene Mutter-Kind-Gruppe dazu kommen. Von Haus aus ist Kunz Erzieherin und Gemeindepädagogin, nach Religionsunterricht in der Schule und Konfirmandenarbeit kam sie 2009 hauptamtlich zur Tafelarbeit, dort arbeitet sie auch heute noch mit.

„Durch die Tafelarbeit bin damals schon mit Geflüchteten in Kontakt gekommen.“ Als 2014 das Angebot kam, in der Flüchtlingsarbeit aktiv zu werden, zögerte Johanna Kunz nicht lange.

„Die Arbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist unglaublich bereichernd“, schwärmt Kunz. „Und die Zusammenarbeit mit diesen sehr engagierten Ehrenamtlichen macht einfach Spaß.“

Mit Begeisterung plant die gebürtige Ostfriesin neue Projekte. „Ich könnte mir vieles vorstellen: Kochen mit deutschen Lebensmitteln, Musikkurse für Kinder oder andere Angebote, die die deutsche Kultur spielerisch näher bringen.“

Für die Projektarbeit wünscht sich die leidenschaftliche Mitarbeiterin gern noch mehr Ehrenamtliche. „Und für die Geflüchteten weniger Bürokratie.“

Was sie bei der Arbeit motiviert? „Menschen begleiten, fördern, sie bestärken und ihre Entwicklung begleiten – das ist auch für mich ein großer Gewinn“, sagt Kunz. „Die Freude der Menschen schenkt Freude zurück“.

Johanna Kunz ist Ehrenamtskoordinatorin im Regionalen Diakonischen Werk Westerwald.

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