Arbeitskreis lädt am 6. März in die Westerburger Stadthalle ein

Stark machen für Suchtprävention und Jugendschutz

Arbeitskreis lädt am 6. März in die Westerburger Stadthalle ein

Westerwaldkreis. „Riskier, was zu erleben“ – unter diesem Motto lädt der Arbeitskreis Prävention in Westerburg am Freitag, 6. März, von 14 bis etwa 20.30 Uhr in die Westerburger Stadthalle ein. Das Ziel des Aktionstages ist, Jugendliche stark gegen Drogen zu machen und für Süchte zu sensibilisieren. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Aktionen, die Spaß machen – und in denen die jungen Menschen durchaus mal an ihre Grenzen gehen dürfen. Eingeladen sind Jugendliche und Erwachsene, die das Thema Suchtprävention interessiert und bewegt.

Diplom-Sozialpädagoge Reiner Kuhmann, Präventionsbeauftragter der Regionalen Diakonie Westerwald Rhein-Lahn, ist derjenige, bei dem die planerischen Fäden für den Aktionstag zusammenlaufen. Während der Konzeption des Tages ging ihm ein Spruch nicht mehr aus dem Kopf: „Es braucht ein ganzes Dorf, ein Kind zu erziehen“, zitiert er – und glaubt, dass in diesem Satz viel Wahrheit steckt: „Jugendschutz bedeutet nicht nur zu sagen, was die jungen Menschen nicht dürfen. Sondern es bedeutet, ihnen auch etwas anzubieten. Sie wollen Dinge erleben und sie müssen ihre Grenzen testen. Dabei entwickeln sie Resilienz und werden weniger anfällig für Suchtverhalten.“

 

Der Aktionstag „Riskier, was zu erleben“ möchte das und noch mehr bieten. „Wir sind froh, dass sich auch mehrere Sportvereine bereit erklärt haben, den Tag mitzugestalten. Die Jugendlichen haben also viel Gelegenheit, sich auf einer Erlebnis- und Infobörse auszuprobieren und auszutoben“, sagt Kuhmann.

Der Tag beginnt ab 14 Uhr mit vielen Sport- und Mitmachaktionen und der Möglichkeit, sich an Ständen über die Wirkung von Drogen zu informieren. Für Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule, der Realschule plus und des Konrad-Adenauer-Gymnasiums startet er unterdessen schon um 8 Uhr mit verschiedenen Vorträgen, Workshops und Info-Veranstaltungen in den jeweiligen Schulen. „Die übrigen Teilnehmenden können ab 14 Uhr in der Stadthalle unter anderem mit VR-Brillen, dem Rauschbrillenparcours oder mit Selbsttest erleben, wie Drogen die Wahrnehmung und den Alltag verändern“, sagt Kuhmann. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Themen wie Essstörungen, Medienkonsum, dem Fetalen Alkoholkonsum, also der Wirkung von Alkohol aufs ungeborene Leben, und vielen anderen Aspekten rund ums Thema Sucht.

Um 18 Uhr folgt dann ein Vortrag von Alix Puhl. Sie spricht über Früherkennung und Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Unter der Überschrift „Du kannst den Unterschied machen“ gibt sie den  Zuhörenden wertvolle Tipps mit auf den Weg, was Eltern tun können und welche Hilfsangebote es gibt. „Außerdem war uns wichtig, dass an diesem Tag auch Betroffene selbst zu Wort kommen“, sagt Kuhmann. „Ab 19.15 Uhr beginnt deshalb die musikalische Lesung von Daniel Gebhard, dem Autor des Buches ,Straßenstaub‘. Er spricht über seine eigene Drogenkarriere und den damit verbundenen Selbstbetrug.“

Der Präventions- und Jugendschutztag will dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu diesem Selbstbetrug kommt: „Viele denken: Ach, hier in Westerburg ist die Welt noch in Ordnung. Aber das ist sie nicht“, sagt Reiner Kuhmann: „Das Gute jedoch ist, dass jeder und jede etwas zur Prävention beitragen kann: Beziehungen aufbauen und miteinander reden statt gegenseitiger Schuldzuweisungen.“

Veranstaltet wird der Tag vom Arbeitskreis Prävention in Westerburg, zu dem sich die Verbandsgemeinde Westerburg, die Realschule Plus Westerburg, das Konrad-Adenauer-Gymnasium, das Jugendzentrum Westerburg, die Berufsbildende Schule, die Polizeiinspektion Westerburg und die Montessori-Schule zusammengeschlossen haben. Unterstützt wird der Tag von der Else-Schütz-Stiftung und dem Landesamt für Jugend und Soziales.  (bon)

 

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